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Jagdschützen Flühmatt
Adrian Rusch
Höh-Rohnenweg 29
8832 Wilen bei Wollerau

Tel. 044 687 88 89
Fax 044 687 88 90

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  Bericht Jagd&Natur 4/2002
   
  "Immer dran bleiben, immer Druck machen!"
 


"Geht nicht" gibt's nicht! Nach diesem Motto haben dreizehn Verschworene von der Jagdgesellschaft Egerkingen ein Ziel erreicht, das am Anfang eigentlich unmöglich aussah. Sie haben aus eigener Kraft für die ganze Region eine top-moderne neue Jagdschiessanlage gebaut. Am 27. April '02 ist Standeröffnung.

*** Von Karl Lüönd

Egerkingen, Flühmatt: Wer das Autobahn-Dorf nur vom Durchfahren und von den Motels her kennt, der staunt. In diesem Einschnitt der ersten Jurakette verbirgt ein Idyll. Weit und breit keine Nachbarn, die sich gestört fühlen könnten. Ideale Voraussetzungen für einen Jagdschiessstand! Den hat es hier schon immer gegeben, wenn auch unter freiem Himmel und mit einem Minimum an Komfort.

Dann kam es wie an anderen Orten auch: Die Schiessanlagen von Egerkingen wurden überprüft und teilweise aberkannt. Die drei örtlichen Schiessvereine fusionierten; in der Flühmatt wurde die zentrale 300-m-Schiessanlage gebaut. Die Jagdschützen drohten in die Defensive zu geraten. Aber sie hatten eine Idee.

Schiessanlage Flühmatt in der Juralandschaft ob Egerkingen: Oben sehen wir den 300-m-Stand. Die Schüsse gehen übers Flachdach der Jagdschiessanlage, die einen eigenwilligen Akzent setzt.

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13 Mann - ein Idee
Das ist inzwischen gut dreieinhalb Jahre her, aber die Idee hat sich als dauerhaft erwiesen: Wir bauen eine neue, eine moderne und umweltgerechte, eine leistungsfähige Jagdschiessanlage! Hinter dieser Idee stehen Leute wie Daniel Sulser, Obmann der Jagdgesellschaft und erfahrener Manager aus der Industrie. Seine Freunde in der Jagdgesellschaft - sieben Pächter, drei Jagdaufseher, zwei Dauergäste - steigen spontan auf die Idee ein, die Daniel Sulser so umschreibt. "Wir dürfen nicht nur für uns denken, wir sollten, wenn wir schon die Möglichkeit haben auf Generationen hinaus etwas für die Jagd und die Jäger in der ganzen Region tun - vor allem, wenn man unsere zentrale Lage betrachtet. Jagd ist schliesslich nicht einfach ein Hobby, sondern eine Aufgabe - und eine ihrer wichtigsten Aspekte ist nun einmal die Schiess-Sicherheit."

Womit die Motivation klar war. Sie war so stark, dass sie über mehr als zwei strenge Arbeitsjahre hinweg gehalten hat. Die Gesellschaft ist immer noch beisammen, Krach hat es nicht gegeben, die Männer sind glücklich, dass sie das Ziel erreicht haben - und sie sind zuversichtlich, dass sie es auch mit dem Betrieb schaffen werden. Das ist nämlich die nächste Herausforderung.

Am Anfang stand das Ziel, bei der Neuordnung des Egerkinger Schiesswesens die Interessen des Jagdschiessens durch eine kreative Idee zu wahren. Diese bestand in der Integration einer modernen Jagdschiess-Anlage ins neue, zentrale Konzept auf der Flühmatt, was durch die terrassenförmige Topografie in der stotzigen Juragegend durchaus unterstützt wurde. Den nahen Hügel hatten sich die Jagdschützen als Zielgebiet längst ausgesucht. Die 300-m-Schützen würden über ihre Köpfe hinweg schiessen - okay, aber später, beim Betrieb, sollten sie sich dann sowieso auch zeitlich auseinander dividieren: Jagdschützen am Mittwoch, 300-m-Schützen am Wochenende.

Heikle Verhandlungen, kooperative Behörden
Das Projekt stand fest: Jagdschiessanlage mit drei Scheiben, Übernahme und Erneuerung der bestehenden Hasenanlage; laufender Keiler vielleicht später....Die ersten Abklärungen und Projektarbeiten begannen 1998. Ende 1999 kam die Bewilligung. Dazwischen lagen heikle Verhandlungen mit den einzelnen zuständigen Ämtern. Das Buwal musste die Rodungsbewilligung erteilen, zu begrüssen waren Amt für Raumplanung, Gewässerschutz, die Forst-Hierarchie, natürlich die Gemeinde. Schliesslich bewegte man sich in der Juraschutz- und der Quellschutzzone, also in höchst sensiblem Gelände. Zufahrten, Parkplätze, Gebäudeversicherung - alles Stichworte, die geregelt sein wollten.

"Wir haben es gut getroffen mit den Behörden; sie waren streng, aber kooperativ und entgegenkommend, soweit sie es sein konnten," lobt Daniel Sulser. "Wichtig war, dass wir den Druck nie weggenommen haben."

Natürlich haben sich die Egerkinger Jäger organisatorisch abgesichert. Parallel zu ihrer Jagdgesellschaft haben sie die Jagdschützengesellschaft aufgebaut und in der Umgebung bereits die ersten fünfzig Mitglieder geworben, die für einen Gründerbeitrag und die bescheidene Jahresabgabe von 50 Franken freie Büchse an den Übungsdaten haben. Weitere Mitglieder sind willkommen; zweihundert sollten es idealerweise etwa sein, aber das ist nicht unerreichbar in Anbetracht der idealen Lage von Egerkingen im Zentrum der Schweiz.

Enormer persönlicher Einsatz
Die wirkliche Geschichte hinter der Geschichte ist der enorme, rückhaltlose Einsatz dieser dreizehn einfachen Solothurner Jäger für das gemeinsame Ziel. Etwa 6000 Fronarbeitsstunden haben sie geleistet, um den heutigen Stand zu erreichen. Jeder hat zum gemeinsamen Werk beigetragen, was er konnte. "Den Rückhalt haben die Pensionierten gebildet, die nicht nur die fachlichen und beruflichen Voraussetzungen mitbrachten, sondern auch die Zeit," sagt Daniel Sulser mit hoher Anerkennung. Einer von ihnen, Xaver Studer, ist mit über 2000 Arbeitsstunden im goldenen Buch vermerkt - das ist nicht weniger als ein Mannjahr Arbeit! Xaver war Schreiner, sein Kollege Ernst Dullinger Bauleiter bei den Centralschweizerischen Kraftwerken und als "Stromer" erfahren. Adrian Rusch, der Architekt, der das Administrative besorgte und die Pläne machte, ist der Jagdaufseher. So fügte sich das eine zum andern. Milizsystem im besten Schweizer Sinne...

Gegen 300'000 Franken dürfte das Investitionsvolumen betragen; weit mehr als die Hälfte wurde durch Fronarbeit gedeckt. Was an Bargeld zu finanzieren war, haben Sponsoren, allen voran die grosszügige und verständnisvolle Gemeinde Egerkingen, sowie die vielen ansässigen Handwerker und Industriebetriebe geleistet. Nicht zu vergessen der Hegering Olten-Gösgen-Gäu, sowie die Reviergesellschaften, welche dem Projekt sehr gewogen waren und ebenfalls einen beachtlichen finanziellen Zustupf geleistet haben.

Schon erstaunlich, was eine entschlossene und verschworene Gruppe zustande bringt, wenn sie es wirklich will und entschlossen anpackt!

Die Jagdschützen Egerkingen heissen noch Mitglieder willkommen. Auskünfte bei Daniel Sulser, Präsident, 062 393 10 73.

 
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